Moritz Moszkowski war einer der herausragendsten Komponisten und Pianisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dessen Name und Werk danach fast nahezu in Vergessenheit geraten war. Geboren wurde er am 23. August 1854 in Breslau, er entstammte einem wohlhabenden Elternhaus. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er in Breslau, 1865 siedelte die Familie nach Dresden um. 1869 zog er nach Berlin, um seine Ausbildung zuerst am Stern’schen Konservatorium, dann an Theodor Kullak's Neuer Akademie der Tonkunst fortzusetzen. Anschließend unterrichtete er 1871 an der Kullak’schen Akademie. Er war auch ein sehr versierter Geiger und spielte gelegentlich 1. Geige im Konservatoriumsorchester. 1873 begann er seine ersten Konzertreisen als Klaviervirtuose und als Dirigent durch ganz Europa und machte sich schnell einen Namen als Pianist, Komponist und auch als Lehrer. 1875 spielte er sein Klavierkonzert für zwei Klavier zusammen mit Franz Liszt. 1884 heiratete er Henriette Chaminade, die jüngere Schwester der Pianistin und Komponistin Cécile Chaminade. Aus der Ehe ging ein Sohn (Marcel) und eine Tochter (Sylvia) hervor. Mitte der 80er Jahre machte sich ein Nervenleiden bemerkbar, weswegen er seine Konzertauftritte reduzieren musste und seine Tätigkeiten als Komponist, Dirigent und Lehrer intensivierte. 1887 erhielt er eine Einladung nach London, wo er etliche seiner Orchesterwerke aufführen konnte und Ehrenmitglied der Royal Philharmonic Society wurde. 1897 siedelte er – berühmt und wohlhabend – nach Paris um. 1899 wurde er zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste gewählt, mehrfach wurde er in die USA eingeladen, um Klaviere und Konzertflügel vorzuführen, aber trotz hoher Gagenangebote lehnte er stets ab. Er blieb bis zu seinem Tod in Paris, obwohl ihm hier jeglicher Erfolg versagt blieb. Er lebte mehr und mehr zurückgezogen, erkrankte 1908 schwer, nahm keine Kompositionsschüler mehr auf und seine Popularität und Karriere begannen zu sinken. Nachdem er alle seine Copyrights verkauft hatte und während des Ersten Weltkrieges seinen sämtlichen Besitz in Kriegsanleihen für Österreich und Deutschland investiert hatte, war er nach dem Ersten Weltkrieg und dem wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch dieser beiden Staaten finanziell ruiniert. Frühere Schüler sammelten für ihn und organisierten am 21. Dezember 1924 eine Benefizveranstaltung in der Londoner Carnegie Hall, die ihm aber nicht mehr entsprechend zugute kommen konnte. Moritz Moszkowski verstarb verarmt am 4. März 1925 an Magenkrebs.
»Moritz Moszkowski: Biographie und Einspielungen«
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