Die Musikwelt feiert am 13. September 2019 den 200. Geburtstag von Clara Schumann, die als Pianistin, Komponistin und später auch als Dozentin eine herausragende Künstlerin des 19. Jahrhunderts war. Die Tochter des Klavierpädagogen Friedrich Wieck sollte nach dem Wunsch des Vaters ein Wunderkind werden und gab als Neunjährige ihr erstes öffentiches Konzert. 1828 tritt Clara erstmals im Leipziger Gewandhaus auf, bald folgen größere Konzertreisen in die europäischen Metropolen, wo sie als virtuose Pianistin gefeiert wird. Der 1810 geborene Robert Schumann, der sich 1826 zunächst an der juristischen Fakultät der Universität Leipzig eingeschrieben hatte, nahm ab 1830 Klavierunterricht bei Friedrich Wieck, überanstrengte sich aber und musste die Intention, Pianist zu werden, aufgeben. Er gründete 1834 die Neue Zeitschrift für Musik, die er bis 1844 redigierte. Gegen den vehementen Widerstand von Friedrich Wieck hatten Clara Wieck und Robert Schumann 1840 die Heiratserlaubnis vor Gericht erzwungen und die ersten gemeinsamen Jahre in Leipzig und Dresden bildeten einen Höhepunkt in Roberts kompositorischem Schaffen. 1843 berief der mit Clara und Robert befreundete Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert an das neue gegründete Leizpziger Konservatorium. Die Ehe der Schumanns war allerdings durch Geldsorgen und die starken Stimmungsschwankungen von Robert belastet und Clara musste aus finanziellen Gründen immer wieder zu Konzertreisen aufbrechen. 1850 erfolgte die Übersiedelung nach Düsseldorf, wo Robert die Stelle als städtischer Musikdirektor angenommen hatte. Am 27. Februar 1854 unternahm Robert Schumann einen Suizidversuch, indem er sich in den Rhein stürzte. Er wurde aus den Fluten gerettet aber schließlich in die Heilanstalt Endenich bei Bonn eingewiésen. Die genaue Krankheit aus der zeitlichen Distanz heraus zu definieren, ist natürlich nicht mehr möglich, zumal viele Unterlagen aus dem Nachlass von Clara Schumann von den Töchtern auf Wunsch der Mutter verbrannt wurden. Robert Schumanns Zustand besserte sich zunächst, er schrieb Briefe und erhielt Besuch und lebte zwei Jahre in Endenich. Kurz nach Claras letztem Besuch dort starb er am 29. Juli 1856. Nach dem Tod ihres Mannes übersiedelte Clara Schumann zunächst nach Berlin, dann nach Lichtenthal bei Baden-Baden und war von 1878 bis 1892 Professorin am Dr. Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt am Main. Sie galt als Institution was die Interpretation der Werke von Robert Schumann und Johannes Brahms betraf, letzter ein jahrzehntelanger verläßlicher Freund der Familie. Daneben war sie als Beethoven-, Chopin- und Mendelssohn-Interpretin berühmt. Ihre eigenen Komposition sah sie im Alter überkritisch und führte sie nie auf. Nach einem Schlaganfall im März 1896 starb Clara Schumann im Alter von 76 Jahren in Frankfurt am Main. Von Clara und Robert Schumanns Kindern erreichten nur die Töchter Marie, Elise und Eugenie ein hohes Lebensalter, ihre Schwester Julie starb im Alter von 32 Jahren an Lungentuberkolose, ebenso wie der jüngste Bruder, Felix, der im Alter von 24 Jahren starb. Ferdinand Schumann wurde nur 42 Jahre alt, sein Bruder Ludwig 51 Jahre alt.
»Clara Schumann: Biographie und Einspielungen«
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