Der kanadische Sänger Jon Vickers war während der „goldenen Ära der Schallplatte“ in den 1960er und 1970er Jahren einer der gefragtesten Tenöre der Opernwelt. Er wurde am 29. Oktober in Prince Albert, Saskatchewan, als sechstes von acht Geschwisterkindern geboren. Zunächst schloss eine kaufmännische Lehre ab bevor er von 1949 bis 1956 am Konservatorium in Toronto bei George Lambert Gesang studierte. Noch vor Studienabschluss gab er 1954 sein Operndebüt als Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto beim Toronto Opera Festival. Zu Beginn seiner sängerischen Laufbahn war er vornehmlich als Oratoriensänger gefragt und hatte Engagements beim kanadischen Rundfunk und Fernsehen. 1957 erfolgte sein europäisches Operndebüt am Londoner Opera House. Als Äneas in Berlioz' Les Troyens macht er dort nachdrücklich auf sich aufmerksam, so dass er bald international gefragt wurde. 1958 erhielt er seine erste Einladung nach Bayreuth, wo er den Siegmund in Die Walküre gab. Ein zweites Engagement in Bayreuth erhielt er 1964, wo er als Parsifal auftrat. 1958 verkörperte Vickers außerdem die Titelpartie von Verdis Don Carlos in einer berühmten Filmproduktion unter Luchino Visconti. An seiner Seite sangen unter der Leitung von Carlo Maria Giulini u.a. Tito Gobbi und Boris Christow. Es folgten weitere Debüts 1959 in Wien und Mailand, 1960 an der New Yorker Met und 1961 an der Pariser Oper. 1966 trat Vickers erstmals bei den Salzburger Festspielen auf, weitere Auftritte erfolgten 1967 und 1970 bis 1972, sowie von 1967 bis 1973 mehrmals bei den Salzburger Osterfestspielen, jeweils unter Herbert von Karajan. Jon Vickers war einer der Lieblingssänger Karajans. Obwohl er besonders auch als Wagner-Sänger äußerst gefragt war, weigerte er sich aus religiöser Überzeugung zeitlebens, die Rolle des Tannhäuser zu verkörpern. Bis zum Ende seiner Karriere hatte Vickers allein an der Met 280 Auftritte in 17 verschiedenen Partien. Im April 1987 gab er dort seine Abschiedsvorstellung. Neben den vielen Opernpartien war er auch als Oratorien- und Liedsänger zu hören, u.a. in Beethovens 9. Sinfonie, mit Gustav Mahlers Das Lied von der Erde und mit Schuberts Winterreise ebenso wie mit Schumanns Dichterliebe und Dvořáks Zigeunerliedern. 1988 beendete Jon Vickers seine aktive Bühnenlaufbahn. Sein Wirken ist durch zahlreiche Live- und Studioaufnahmen in Bild und Ton bestens dokumentiert. 2002 erhielt Vickers den Anton-Seidl-Award der Wagner Society of New York. Er starb am 10. Juli 2015 im Alter von 88 Jahren in Ontario.
»Jon Vickers: Biographie und Einspielungen«
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