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CD-Besprechung

Amsterdam Loeki Stardust Quartet

Fugue Around The Clock

Channel Classics CCS SA 19403

1 CD • 70min • 2002

31.10.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Brahms auf der Blockflöte? Man könnte meinen, die Bearbeitungswut für Blockflöte kenne keine Grenzen mehr. Doch halt! Hier spielt nicht irgendwer, sondern die vier Herren des Amsterdam Loeki Stardust Quartettes, eines der traditionsreichsten und bekanntesten Blockflötenensembles, das sich mit zahlreichen CDs und hervorragenden Bearbeitungen einen Namen gemacht hat.

Es kommt einem Wagnis gleich, 70 Minuten ausschließlich polyphone Musik zu präsentieren, doch lassen die überlegte Zusammenstellung der Werke und die breite stilistische Palette, die sich über acht Jahrhunderte erstreckt, das Unternehmen gelingen. Dem Ensemble, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, steht eine bestechende Auswahl edelster Instrumente zur Verfügung. Besonders beeindruckt der samtig-hauchige Klang der Groß- und Subbaßflöten. Fast wie bei einer Orgel registriert das Quartett intelligent und sorgfältig mit nicht weniger als 37 Instrumenten und nutzt dabei den entscheidenden Vorteil des Blockflötenensembles gegenüber der „Königin der Instrumente“, nämlich jeder einzelnen Stimme eine individuelle klangliche Lebendigkeit zu verleihen.

Von den 21 Stücken der CD seien stellvertretend nur einige hervorgehoben. Daß die vielgeschmähte Blockflöte ein veritables „romantisches“ Instrument sein kann, davon zeugen die Fugen von Brahms und Schumann. Die eher virtuosen Seiten deckt etwa Händels e-Moll-Fuge ab. Bachs Vivaldi-Bearbeitung gerät im Grave mit arpeggierten Akkorden zwar kunstvoll im Timing, im Charakter vielleicht aber ein wenig zu kapriziös. Einer der Höhepunkte ist die Fuge des französischen Barockmeisters Jullien, die mit ihren charakteristischen „Agréments“, dem inégalen Spiel und Flattements fast schon exotisch anmutet. Eine tatsächlich exotische Klangwelt beschwört Stefan Pohlits Gurez, das einzige Werk des 21. Jahrhunderts. Trotz zahlreicher Effekte wie Flatterzunge, Sputato, Mikrotonalität und Luftgeräuschen bleibt das Stück ohne eigentliche Klimax und hinterläßt einen merkwürdig diffusen Eindruck. Eine besonders gelungene Interpretation beschließt die CD: Dmitrij Schostakowitschs melancholische g-Moll-Fuge (hier nach d-Moll transponiert) aus op. 87, seiner „Antwort“ auf Bachs Wohltemperiertes Klavier.

Insgesamt eine überzeugende Einspielung: Kluge Werkdisposition, durchdachte Arrangements, geschmackvolle Aufmachung, hervorragende Aufnahmetechnik und nicht zuletzt das souveräne Spiel des Ensembles. Als Zugabe für die Insider gibt es eine sorgfältig dokumentierte Liste des verwendeten Instrumentariums für jede einzelne Nummer. Was will man mehr?

Heinz Braun [31.10.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Samuel Scheidt
1Canzon Cornetto a 4
Gottlieb Muffat
2Fuga
Georg Friedrich Händel
3Fuge a-Moll (Largo)
4Fuge e-Moll (Allegro)
Giovanni Pierluigi da Palestrina
5Ricercar del primo tono
Franz Schubert
6Fuge e-Moll D 952
Johann Sebastian Bach
7Konzert d-Moll BWV 596 (nach Vivaldis "L'Estro Armonico op. 3, 11)
Robert Schumann
8Fuge op. 60 Nr. 3 (Mit sanften Stimmen)
Johannes Brahms
9Fuge as-Moll WoO 8
Felix Mendelssohn Bartholdy
10Fuge op. 37 (Con moto)
Carl Philipp Emanuel Bach
11Fuga a 4 (Allabreve moderato)
Johann Sebastian Bach
12Fuge G-Dur BWV 577
Gilles Jullien
13Fugue Grave
Arcangelo Corelli
14Fuga a quattro voci
Stefan Pohlit
15Gurez
Anon.
16Caca (O virgo splendens)
Dimitri Schostakowitsch
17Fuge op. 87 Nr. 22

Interpreten der Einspielung

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