In der Wiener Strauß-Dynastie war Eduard neben Johann und Josef der jüngste Sohn von Johann Strauß (Vater). Geboren wurde er am 15. März 1835 in Wien. Ursprünglich wollte er eine diplomatische Laufbahn einschlagen, von seinem Bruder Johann ließ er sich zur Musikerkarriere umstimmen. Er lernte Violine, Klavier und als Hauptinstrument Harfe und debütierte als Harfenist am 11. Februar 1855 im Wiener Sophiensaal beim Benefizball für Johann. Sechs Jahre später, beim Benefizball am 5. Februar 1861, debütierte er ebenfalls dort als Dirigent, wo er eines der drei von seinen Brüdern und ihm geleiteten Orchester dirigierte. Im Vergleich zu seinen Brüdern war er weit weniger geschätzt. Nach dem Tod Josefs (1870) jedoch übernahm Eduard für mehr als 30 Jahre die alleinige Leitung des Strauß-Orchesters, formte es zu einem exzellenten Klangkörper und machte es zu einem erstrangigen Kulturträger für Wien und Österreich. Er führte für die Wintersaison die Sonntag-Nachmittagskonzerte im Großen Saal des neu errichteten Gebäudes der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ein, bei denen er sehr viele Kompositionen des 18./19. Jahrhunderts zu Gehör brachte, darunter zahlreiche Uraufführungen von Werken seines Bruders Johann. Infolge seiner Verdienste wurde ihm 1872 der Titel „k. k. Hofballmusik-Director“ verliehen. Neben den zahlreichen Wiener Verpflichtungen unternahm er ab 1878 mit der Strauß-Kapelle regelmäßig ausgedehnte Sommertourneen durch Deutschland, 1885 und 1890 gab er Gastspiele in London, 1890 und im Winter 1900/1901 sogar in den Vereinigten Staaten. Mit diesen stets äußerst erfolgreichen Konzertreisen machte er die Musik seiner Familie international bekannt. 1901 löste er sein Orchester auf und zog sich ins Privatleben zurück. 1907 veranlasste und beaufsichtigte er die Verbrennung des riesigen Notenarchivs der Strauß-Kapelle, angeblich, um ein Versprechen gegenüber seinem verstorbenen Bruder Josef zu erfüllen. Vor 100 Jahren, am 28. Dezember 1916, starb Eduard Strauß in Wien an einem Herzinfarkt. Er ist in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Eduard Strauß komponierte über 300 Tänze und Märsche, die nahezu alle im Druck erschienen sind. Dennoch werden davon im heutigen Konzertrepertoire kaum zehn Prozent gespielt. Einige davon sind Bahn frei (Polka schnell), Ohne Bremse oder Telephon. Daneben arrangierte er für die Strauß-Kapelle circa 200 Werke anderer Komponisten.
»Eduard Strauß: Biographie und Einspielungen«
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