Am 2. Dezembert vor hundert Jahren starb der italienisch-biritische Komponist Francesco Paolo Tosti. Geboren wurde er am 9. April 1846 in Ortona. Mit elf Jahren studierte er Violine und Komposition am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel. Sein Lehrer Saverio Mercadante war von ihm so beeidruckt, dass er ihm einen Lehrauftrag erteilte, der dem jungen Mann ein kleines Gehalt sicherte. Seine schlechte gesundheitliche Verfassung zwang ihn jedoch, nach Ortona zurückzukehren, wo er mehrere Monate das Bett hüten musste. In dieser Zeit verfasste er seine ersten Lieder, mit denen er sich jedoch noch nicht profilieren konnte. Nach seiner Genesung zog er mittellos nach Ancona, wo er sich oft tagelang nur mit Orangen und gestohlenem Brot über Wasser halten konnte. Eine Reise nach Rom brachte die Wende: Er traf den Komponisten und Pianisten Giovanni Sgambati, der sein Förderer wurde. Dieser arrangierte ein Konzert im Sala Dante, bei dem auch Prinzessin Margherita von Savoyen (die spätere Königin von Italien) anwesend war. Sie war so beeindruckt, dass sie Tosti zu ihrem Gesangslehrer und später zum Verwalter des Musikarchivs des italienischen Hofes machte. 1875 reiste Tosti nach London. Dort machte er zahlreiche einflussreiche Bekanntschaften, die ihn in die höchsten Kreise der englischen Gesellschaft einführten. Schließlich wurde er 1880 Musiklehrer der Königlichen Familie. Sein Ruhm als Liedkomponist wuchs rasch. Vor allem das Lied Ever and For Ever war so ein durchschlagender Erfolg, dass die Nachfrage nach seinen Kompositionen sprunghaft anstieg. 1885 war Tosti der populärste Liedkomponist in England. 1894 wurde er Mitglied der Royal Academy of Music, 1906 wurde er britischer Staatsbürger und 1908 wurde er von König Edward VII., mit dem er befreundet war, zum Ritter geschlagen. 1913 kehrte Tosti nach Italien zurück und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. Er starb 1916 in Rom.
»F. Paolo Tosti: Biographie und Einspielungen«
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