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Komponisten: Aktuelle Infos

Toru Takemitsu 30. Todestag

japan. Komponist


Der japanische Komponist Toru Takemitsu wurde am 8. Oktober 1930 in Tokyo geboren. Im Alter von 13 Jahren besuchte er die Keika Junior High School und beschloss mit 16 Jahren, Komponist zu werden. Mit 20 debütierte er als Komponist mit dem Klavierstück Lento in Due Movimenti. Das Komponieren eignete er sich überwiegend autodidaktisch an, besuchte aber auch Kurse bei bekannten Lehrern wie Toshi Ichiyanagi oder Fumio Hayasaka. Letzterer machte ihn mit dem Filmregisseur Akira Kurosawa bekannt, für den Takemitsu mehrere Filmmusiken schrieb. Gleichzeitig interessierte sich Takemitsu nicht weniger intensiv für moderne Malerei, Theater, Film und Literatur. Im Jahr 1951 gründete Takemitsu zusammen mit anderen Komponisten und Vertretern aus verschiedenen Kunstbereichen die Gruppe "Experimentelle Werkstatt", die mit ihren avantgardistischen multimedialen Aktivitäten für Aufsehen sorgte. Künstlerisch fokussierte sich Takemitsu mit seinen Werken auf Orchester- und Kammermusik, sein musikalisches Gesamtinteresse war jedoch weit umfassend und schloss auch populäre Musikformen wie Jazz, Schlager und französische Chansons mit ein. Seine 12 Songs for Guitar (1977) bestehen aus Arrangements weltbekannter Pop-Klassiker (unter anderem von den Beatles). Darüber hinaus komponierte er an die hundert Filmmusiken. Takemitsu lehrte Komposition an der Yale University und wurde von zahlreichen Universitäten in den USA, Kanada und Australien als Dozent eingeladen. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, so u.a. 1984 den Asahi-Preis, 1994 den Grawemeyer Award, einen der wichtigsten Musikpreise der Welt, für sein Werk Fantasma/Cantos für Klarinette und Orchester und 1996 postum den Glenn-Gould-Preis. Er starb am 20. Februar 1996 in Tokyo.

»Toru Takemitsu: Biographie und Einspielungen«

John Dowland 400. Todestag

engl. Komponist


John Dowland war ein berühmter englischer Madrigalist und einer der besten Lautenisten seiner Zeit im elisabethanischen Zeitalter. Er wurde im Dezember 1562 geboren, nähere biographische Einzelheiten aus seiner Kindheit sind nicht überliefert. Von 1597 bis 1584 war er in Paris im Dienst des englischen Gesandten Sir Henry Cobham. 1594 bewarb er sich zum ersten Mal ohne Erfolg als Nachfolger des verstorbenen königlichen Lautenisten John Johnson am englischen Hof. Daraufhin begab er sich auf Auslandsreise an den Hof von Heinrich Julius Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, anschließend an den Hof des Landgrafen Moritz von Hessen nach Kassel und von dort aus zu Luca Marenzio nach Rom. 1596/1597 kehrte er nach London zurück und bewarb sich erneut am königlichen Hof, doch auch diesmal erfolglos. Von 1598 bis 1606 war er am dänischen Hof König Christians IV. als Lautenist angestellt, musste diesen Posten aber wegen finanzieller Probleme räumen. Er kehrte nach Enland zurück und war einige Jahre bei einem Höfling namens Theophilus Howard, Lord Walden angestellt bis er schließlich im Oktober 1612 den jahrelang ersehnten Posten als Musician for the lute am königlichen Hof in England erhielt. Die letzten Jahre scheinen von Schwermut umdüstert gewesen zu sein, er verfasste so gut wie gar keine Kompositionen mehr. Sein musikalisches Werk umfasst Lautenlieder, Werke für Laute solo und Werke für Gambenconsort mit Lautenbegleitung. Sein Instrumentalhauptwerk war Lachrymae Or Seaven Teares (5stg. Pavanen), The first Booke of Songes or Ayres (1597, 87 Lieder oder Ayres für eine Melodiestimme mit Begleitung der Laute und Bassviole, zu Dowlands Lebzeiten noch viermal neu aufgelegt), sowie weitere Sammlungen 1600 und 1603. Als sein bedeutendstes Lautenlied gilt In darknesse let mee dwell, das 1610 publiziert wurde. Dowland starb vermutlich im Januar 1626, er wurde am 20. Februar begraben.

»John Dowland: Biographie und Einspielungen«

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György Kurtág 100. Geburtstag

rumän. Komponist


Der ungarische Komponist und Pianist György Kurtág feiert am 19. Februar 2026 seinen 100. Geburtstag. Geboren in Lugos, Rumänien, siedelte er 1946 nach Budapest über und studierte an der Franz-Liszt-Akademie Komposition bei Sándor Veress und Ferenc Farkas, Klavier bei Pál Kadosa und Kammermusik bei Leó Weiner. Von 1957 bis 1958 nahm er an Kompositionskursen bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen in Paris teil. Heute gilt György Kurtág neben György Ligeti als der bedeutendste ungarische Komponist der Nachkriegsgeschichte. Anders als Ligeti verließ er Ungarn nach dem Aufstand 1956 nicht, sondern blieb zunächst in Budapest, wo er von 1967 bis 1993 an der dortigen Franz-Liszt-Musikakademie Klavier und Kammermusik unterrichtete. Als Komponist wurde er daher in der westlichen Musikszene kaum wahrgenommen. Erst Mitte der 70er Jahre wurde seine Musik allmählich in Westeuropa bekannt. So lud ihn 1993 das Wissenschaftskolleg zu Berlin für zwei Jahre als „Composer in residence“ der Berliner Philharmoniker ein. Im Jahr 1998 erhielt er den renommierten Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2001 den Friedrich-Hölderlin-Preis der Universitätsstadt Tübingen und 2009 den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für sein Lebenswerk im Rahmen des 53. Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik. 2001 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Heute werden seine Werke weltweit aufgeführt und liegen in diversen CD-Aufnahmen vor. Er schrieb vor allem Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik und Werke für Soloinstrumente.

»György Kurtág: Biographie und Einspielungen«

Martin Luther 480. Todestag

dt. Theologe und Liedkomponist


Martin Luther nimmt in der Geschichte nicht nur als Reformator eine herausragende Stellung ein, sondern er hat auch entscheidend die Entwicklung der Kirchenmusik in Deutschland beeinflusst. In seinen Reformbestrebungen der Feier der Hl. Messe maß er der Musik höchste Bedeutung für das Seelenheil bei. Während die musikalische Ausgestaltung in der römischen Liturgie bis dahin Chören oder der Choralschola vorbehalten war, nahm Luther sich Ambrosius zum Vorbild, der in der Kirche das Volk gemeinsam singen ließ, um die Gemeinschaft damit zu stärken. Im Unterschied zu anderen Tendenzen in der Reformationsbewegung, die zugunsten eines rein innerlich-geistigen Glaubensverständnisses Kunst und Musik teilweise sogar ganz ablehnten, war seine Überzeugung „... sondern ich wollt alle Künste, sonderlich die Musica, gerne sehen im Dienst des, der sie geben und geschaffen hat“. Während also Zwingli in Zürich Musik im Gottesdienst generell ablehnte und Calvin in Genf nur einstimmigen Gemeindegesang für zulässig hielt (sog. „Hugenottenpsalter“), förderte und forderte Luther die Einbeziehung von einstimmiger wie mehrstimmiger gesungener wie instrumentaler Musik in den Gottesdienst. An bestimmten Stellen des Gottesdienstes sollte die Gemeinde durch aktive Teilnahme stärker am Geschehen beteiligt werden, zum Beispiel beim Glaubensbekenntnis, wofür deutschsprachige Gemeindelieder (Ordinariumslieder) lateinische Teile der Messe ersetzen oder ergänzen sollten, beispielsweise beim „Credo“ (Wir glauben all an einen Gott). Seine Forderungen fasste er in verschiedenen Schriften zusammen, so in Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts von 1526. Luther war dabei selbst ein geübter Lautenist und Tenor, der teilweise im Briefwechsel mit Komponisten wie Josquin Desprez, Ludwig Senfl, Pierre de la Rue und Heinrich Finck stand bzw. deren Werke sehr gut kannte. Luthers Leben war vielfach mit Musik verbunden. In seiner Familie spielte Hausmusik eine bedeutende Rolle. Er wurde am 10 November 1483 als erstes von fünf Kindern der Eheleute Hans und Margarethe in Eisleben geboren. Er besuchte die Lateinschulen in Mansfeld, Eisenach und Magdeburg und ging 1501 zum Theologistudium an die Universität Erfurt. 1505 trat er ins Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein, 1507 wurde er zum Priester geweiht und 1512 promovierte er zum Doktor der Theologie an der Universität in Wittenberg. Fünf Jahre später schlug er am 31. Oktober seine berühmten 95 Thesen gegen das Unwesen des Ablasshandels an der dortigen Kirchentür an, womit er sich unweigerlich den päpstlichen Zorn zuzog. In dem Kurfürsten Friedrich dem Weise von Sachsen hatte Luther allerdings einen Beschützer, der sich weigerte, Luther an Rom auszuliefern. 1520 veröffentlichte Luther seine ersten Reformschriften, woraufhin Papst Leo X. gegen ihn eine Bannbulle erließ. Dagegen gewährte der Kurfürst Luther Schutzaufenthalt auf der Wartburg bei Eisenach. Im Verlauf des Aufenthalts auf der Wartburg vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 entstanden weitere grundsätzliche Schriften Luthers sowie die bedeutsame Arbeit der Bibelübersetzung ins Deutsche. Die erschütternde Nachricht, dass zwei junge Dominikaner als die ersten Märtyrer der Reformation in Brüssel auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren, veranlassten Luther 1523 zu seinen ersten Versen: Ein neues Lied wir heben an, das walt Gott unser Herre. Es folgten weitere 35 (darunter: Nun freut euch, lieben Christen g'mein und Ein feste Burg ist unser Gott), von denen er mindestens 20 mit selbst komponierten Melodien versah. Als Vorlagen für seine Lieder und Texte bediente er sich vornehmlich aus den Psalmen (Aus tiefer Not schrei ich zu dir Psalm 130), Hymnen (Nun komm, der Heiden Heiland) oder anderen Quellen (Vom Himmel hoch, da komm ich her – „Kinderlied auf die Weihnacht aus Luc. 2 gezogen“ ). Dazu kamen noch Weisen für fremde Texte. Dabei arbeitete Luther eng mit dem Komponisten und Kantor der Lateinschule in Torgau Johann Walter zusammen, der 1524 das Geystliche gesangk Buchleyn mit einem Vorwort von Martin Luther herausgab. Dieses gilt als früheste Sammlung von Liedern Martin Luthers und ist zugleich die Grundlage aller späteren evangelischen Choralsammlungen. Mit den Texten und Kompositionen Martin Luthers hat der deutsche Kirchengesang eine völlig neue Entwicklung genommen. Martin Luther starb am 18.Februar 1546 in seinem Geburtsort Eisleben.

»Martin Luther: Biographie und Einspielungen«

Friedrich Cerha 100. Geburtstag

österr. Komponist


Der österreichische Komponist und Dirigent Friedrich Cerha wurde am 17. Februar 1926 in Wien geboren. Er studierte an der Wiener Musikakademie Violine, Komposition und Musikerziehung und an der Universität Wien Musikwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Zusammen mit Kurt Schwertsik gründete er 1958 das Ensemble „die reihe“ für Konzerte neuer Musik. Als Dirigent setzte er sich besonders mit den Werken Alban Bergs, Arnold Schönbergs und Anton Weberns auseinander und vollendete die Instrumentation des 3. Aktes von Alban Bergs Oper Lulu (Uraufführung unter Pierre Boulez 1979 in Paris). Ab 1959 war Cerha Lehrer an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und von 1976 bis 1988 Professor für Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik. Cerha schrieb u.a. Orchester- und Vokalwerke, er trat jedoch vor allem auch als Opernkomponist in Erscheinung (Baal 1974/81, Netzwerk 1981, Der Riese vom Steinfeld 2002). Cerha gilt als der bedeutendste zeitgenössische Komponist Österreichs, der zahlreiche Ehrungen erhielt, u.a. 2006 den „Goldenen Löwen“ bei der Biennale Venedig, den Musikpreis Salzburg (2011) sowie 2012 den Ernst von Siemens Musikpreis. Cerha komponierte bis ins hohe Alter hinein, so z.B. ein Konzert für Schlagwerk und Orchester für Martin Grubinger, das 2009 uraufgeführt wurde.

»Friedrich Cerha: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Februar

Uraufführungen im Februar

»Alle Porträts«

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