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[2021] Iannis Xenakis 20. Todestag

† 2001

4

Februar

vor 20 Jahren

in Paris


Der griechisch-französische Komponist Iannis Xenakis war einer der renommiertesten Komponisten der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 29. Mai 1922 in Brăila (Rumänien) als Sohn griechischer Eltern geboren. Seine Mutter starb, als er fünf Jahre alt war, und so wuchs er unter der Obhut verschiedener Erzieherinnen auf. 1932 wurde er auf das Gymnasium auf die ägäische Insel Spetses geschickt, wo er im dortigen Knabenchor sang. Nach Schulabschluss 1938 ging Xenakis nach Athen, um Architektur und Ingenieurwesen zu studieren. Bei Ausbruch des griechisch-italienischen Krieges im Oktober 1940 schloss er sich der Nationalen Befreiungsfront und der Widerstandsbewegung an. Bei Straßenkämpfen wurde er schwer verletzt und verlor sein linkes Auge. Trotz aller Widrigkeiten konnte er sein Ingenieurstudium 1947 abschließen. Um der Verhaftung durch das griechische Militär zu entgehen, floh er nach Paris, wo er am 11. November eintraf. In Griechenland wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1951 wurde das Urteil auf zehn Jahre Gefängnis abgemildert und 1974 ganz aufgehoben. Obwohl Xenakis illegal eingewandert war, fand er eine Anstellung im Architekturbüro bei Le Corbusier, mit dem zusammen er zahlreiche Großprojekte realisierte. Nebenher studierte er Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt. Von 1951 bis 1953 besuchte er regelmäßig Unterrichtsklassen bei Olivier Messiaen. Er wurde schließlich in die Groupe de Recherches de Musique Concrète aufgenommen, die Pierre Schaeffer und Pierre Henry gegründet hatten. Kurz darauf traf er Hermann Scherchen, der sich von Xenakis' Partitur zu Metastaseis beeindruckt zeigte und ihm Unterstützung anbot. Die Uraufführung dieses Werks bei den Donaueschinger Musiktagen 1955 unter der Leitung von Hans Rosbaud brachte Xenakis den Durchbruch an die Spitze der internationalen Szene der Neuen Musik. 1957 erhielt er die erste Auszeichnung von der European Cultural Foundation, 1958 erhielt er seinen ersten Kompostionsauftrag von Radio France und 1960 einen weiteren von der UNESCO. 1959 verließ Xenakis das Architekturbüro von Le Corbusier, um zu unterrichten und zu komponieren. Er erwarb sich rasch die Anerkennung als einer der größten zeitgenössischen Komponisten. Bekannt wurde er vor allem für seine Computer-gestützten Kompositionen. 1966 gründete er die Equipe de Mathématique et Automatique Musicales (EMAMu, 1972 umbenannt in CEMAMu: Centre d’Etudes de Mathématique et Automatique Musicales). Von 1967 bis 1972 lehrte er an der Indiana University, wo er ebenfalls ein entsprechendes Institut gründete. Von 1973 bis 1989 hielt er auch Vorlesungen an der Sorbonne, dazwischen hatte er auch von 1975 bis 1978 eine Professur am Gresham College in London inne. Neben seiner Lehr- und Kompositionstätigkeit verfasste Xenakis auch zahlreiche Schriften und Essays. 1975 wurde er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters, 1983 wurde er als Nachfolger von George Auric in die Académie des Beaux-Arts gewählt und im gleichen Jahr wurde er Ehrenmitglied der International Society for Contemporary Music ISCM. 1997 vollendete Xenakis sein letztes Werk, O-mega für Schlagzeug und Kammerorchester. An Alzheimer erkrankt, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand im Laufe der Jahre zusehends so weit, dass er schließlich nicht mehr imstande war, zu arbeiten. 1997 erhielt er den Kyoto-Preis, 1999 wurde ihm der Polar Music Prize verliehen, der inoffiziell als der Nobel-Preis der Musik gilt. Iannis Xenakis starb am 4. Februar 2001 in Paris im Alter von 78 Jahren.

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