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UA 1881
25
Februar
vor 145 Jahren
in St. Petersburg
Mit groß angelegten Arien, Ensemblenummern und eindrucksvollen Chören ist Die Jungfrau von Orleans Tschaikowskys ambitionierteste Oper, die sich in Umfang und Besetzung ohne weiteres mit Opern von Meyerbeer, Gounod und Verdi messen kann. Die Figur der Jeanne-d'Arc hatte Tschaikowsky schon seit seiner Kindheit fasziniert. Nachdem er die Partitur zu Eugen Onegin abgeschlossen hatte, wollte er seiner Idolfigur ein musikalisches Denkmal setzen. Schließlich verfasste er aus den Vorlagen von Friedrich Schillers gleichnamigem Schauspiel, dem fünfaktigen Drama Jeanne d'Arc von Jules Barbier sowie der Jeanne-d'Arc-Biographie von Henri Wallon das Libretto selbst. Im Unterschied zu Schillers Schauspiel stirbt Jeanne d'Arc bei Tschaikowsky historisch korrekt den Feuertod und nicht auf dem Schlachtfeld. Die musikalische Ausarbeitung entstand 1879 in nur neun Monaten, die Uraufführung fand jedoch erst am 25. Februar 1881 im St. Petersburger Mariinski-Theater statt, sie wurde für Tschaikowsky zu seinem ersten überwältigenden Premierenerfolg. Weil es Probleme mit der Zensur gab, musste die Partie der Johanna von einer Sopran- in eine Mezzosopranpartie umgearbeitet werden. 1882 gab es eine Aufführung in Prag und damit war Die Jungfrau von Orleans Tschaikowskys erste Oper, die im Ausland aufgeführt wurde. Zwei Wochen nach der Premiere wurde ein Attentat auf Zar Alexander II. verübt, in dessen Folge die Theatersaison vorzeitig beendet wurde. Daraufhin verschwand die Oper in der Versenkung, aus der sie trotz ihres Premierenerfolges kaum mehr wieder aufgetaucht ist. In einem Wiederbelebungsversuch durch das Moskauer Bolschoi-Theater 1970 kam die Fassung für Mezzosopran mit Irina Archipowa in der Titelrolle zum Einsatz, 1989 brachte die Bayerische Staatsoper München dieselbe Fassung in einer Inszenierung von Harry Kupfer mit Waltraut Meier in der Titelrolle ebenfalls auf die Bühne. Ansonsten jedoch wird das Werk kaum aufgeführt und in den meisten gängigen Opernführern – wenn überhaupt – nur am Rande erwähnt.
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