Arcangelo Corelli war ein italienischer Komponist und ein ausgezeichneter Geiger. Von ihm sind ausschließlich Instrumentalwerke mit Violine überliefert. Mit seinen Werken prägte er nicht nur entscheidend die Form und Entwicklung der Kirchen- und Kammersonate, sondern beeinflusste mit seinen Concerti grossi maßgeblich auch die Entwicklung des Instrumentalkonzerts. Die Gegenüberstellung von Concertino (Solistengruppe) und Tutti, wie Corelli sie handhabte, war lange Zeit beispielhaft und übte starken Einfluss auf Händel, der Corelli und dessen Musik in Rom kennenlernte, und auf den Kompositionsstil der Zeit und der nachfolgenden Komponistengenerationen aus. Sein virtuoser Musizierstil war vorbildlich für die Violintechnik des 18. und 19. Jahrhunderts. Corelli wurde am 17. Februar 1653 in Fusignano bei Ravenna geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Er wuchs zusammen mit vier weiteren Geschwistern als Halbwaise auf, nachdem sein Vater einen Monat vor Arcangelos Geburt gestorben war. Er erhielt schon früh von dem Priester Don Celeste in Faenza den ersten Violinunsterricht. Ab 1675 hielt er sich nachweislich in Rom auf, wo er sich rasch als „Il Bolognese“ einen Namen als Violinvirtuose machte. Durch die Mitwirkung bei Konzerten der Familie Chigi kam er rasch in Kontakt mit den höchsten Kreisen des römischen Adels. In den folgenden Jahren war Corelli regelmäßig als Violinist bei Feierlichkeiten, Oratorien, Messen, Konzerten und sonstigen musikalischen Anlässen beteiligt. Schon kurz nach seiner Ankunft in Rom war er in die Dienste des Orchesters der Kirche San Luigi dei Francesi eingetreten und war dort von 1682 bis 1708 Konzertmeister. Seine Karriere wurde außerdem stark befördert durch Königin Christina von Schweden, die nach ihrer Abdankung 1659 in Rom die arkadische Akademie unterhielt, wo Corelli unter dem Namen Arcomelo Erimanteo neben Alessandro Scarlatti und Bernardo Pasquini mitwirkte. Corelli hat sich wohl auch in Deutschland aufgehalten. Jedenfalls wurde er von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz mit dem Titel „Marchese von Ladenburg“ in den Adelsstand erhoben und erlangte am hannoverschen Hof und beim Kurfürsten den Ruhm als „Vater des Violinspiels“. 1681 ist Corelli auf alle Fälle wieder in Rom zu finden und wird als Mitglied der Musikergilde „Congregazione di Santa Cecilia“ in Anerkennung seiner Leistung und Verdienste zum „Guardiano“ der Instrumentalabteilung gewählt – ein Amt, das nur den angesehensten und besten Musiker Roms vorbehalten war. 1684 und 1700 wurde Corelli erneut in dieses Amt gewählt. Seine Zeitgenossen nannten ihn „maestro di maestri“ – den Meister der Meister. Der österreichische Komponist Georg Muffat, in Rom von 1681 bis 1682 Schüler von Corelli, berichtete, dass er „etlicher schön und mit großer Anzahl Instrumentalisten auffs genaueste producierten Concerten vom kunstreichen Hrn. Arcangelo Corelli mit großer Lust und Wunder gehört“ habe. Bei den Konzerten wirkten nicht selten bis zu 150 Instrumentalisten mit. Nach 1709 zog sich Corelli aus gesundheitlichen Gründen mehr und mehr aus dem aktiven Musikleben und aus der Öffentlichkeit zurück und widmete sich der Komposition und der Herausgabe seiner Werke. Er starb am 8. Januar 1713 in Rom. Die Nachwirkungen seines Wirkens sind gar nicht hoch genug zu schätzen. Sein erstes gedrucktes Werk, die 12 Kirchensonaten op. 1 (1681), das Corelli Christina von Schweden widmete, verschafften ihm großes Ansehen weit über Italien hinaus und musste in zahlreichen europäischen Städten neu aufgelegt werden. Weitere jeweils 12 Triosonaten hinterließ er als op. 2 (1685), op. 3 (1689), op. 4 (1694) und op. 5 (12 Sonaten für Violine und Continuo, 1700). Die Krönung seines Werkes bilden die 12 Concerti grossi op. 6 (1712), von denen acht Kirchen- und vier Kammerkonzerte sind. Das Schlussstück Nr. 12 bildet die „Follia“, Variationen auf die damals populäre Folie d'Espagne, die auch Bach in seiner Bauernkantate und noch Liszt in seiner Rhapsodie Espagnole verwendeten. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren Corellis Werke die am meisten verlegten der Musikgeschichte.
»Arcangelo Corelli: Biographie und Einspielungen«
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